Back to the City

Well, well, ich sitze immernoch in der Bibliothek in Geraldton, 400km nördlich von Perth und nutze das freie WiFi und lade gleichzeitig all meine Geräte. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Nicht viel. Oder doch! Ich hatte eine super Zeit mit viel Windsurfen und viele interessante Menschen kennengelernt. Die Zeit der windlosen Tage wurde mit Lesen gefüllt (zum Glück gibt’s einige Bookstores mit Sonderangeboten).

Die Vorhersage für die letzte Woche hat super ausgesehen und ist auch so eingetroffen. Angefangen habe ich ca. 30km nördlich von Geraldton in Coronation Beach mit einer kleinen Freestylesession, welche sich im Verlaufe des Tages zu einer Wavesession geändert hat. Ab da wurde das Freestyleboard nicht mehr angerührt und das kleine F2 Barracuda fleissig ausgefahren. Tags darauf war ich an einem Secret Spot, naja, der Spot war bekannt aber der Weg dahin Vielen einfach zu mühsam. Ich habe mich mit 3 deutschen Jungs zusammengetan und wir fuhren in einem Ford Falcon Kombi über Stock und Stein (das meine ich nicht als Redewendung!!) durch Farmland, Kuhherden und Weichsand. Ein Glück hat das Auto das überstanden! Auf einmal gings einen steilen Hügel runter, welcher in einem flacheren Teil ausläuft und die „Strasse“ bestand nur aus tiefem Sand. Die Spuren der 4WD’s der Locals verrieten, dass der Spot nicht mehr weit entfernt war, so beschlossen wir das Auto zu parkieren und das Surfmaterial zum Wasser zu schleppen. Naja, es war weiter als geplant und so wurde aus einem kleinen Aufwärmen vor dem Windsurfen ein Auspowern, was nicht nötig gewesen wäre. Schlau wie Steven ist, hat er natürlich nur einen Teil mitgenommen und geplant zweimal zu laufen. Glück, wie nur Steven es hat, kam genau als ich beim Auto war und zur zweiten Tour starten wollte ein Local und nahm mich mitsamt dem Board bis zum Strand mit. Hamdullah!

Ich war das erste Mal in gut 3m hohen Wellen unterwegs, welche mich total begeisterten. Die Wellen waren nicht zu druckvoll, aber doch gut genug um bis zu 7 Turns zu fahren. Ich riskierte mit der Zeit immer mehr, kam immer näher an den brechenden Teil und nach gut 4 Stunden, kurz vor Sonnenuntergang kam ich mit Endorphinen überschüttet erschöpft an den Strand. Wir haben beschlossen, dass zwei der Jungs einen Downwinder zu Coronation machen und wir sie dann mit dem Auto abholen. Als ich dann die Locals angesprochen habe, ob sie uns wieder ein Taxi geben könnten, habe ich die andere Seite der Australier kennen gelernt. Sie mokierten sich über unser Auto und meinten, wenn man schon nicht ein strandtaugliches Auto fährt, könne man auch laufen. Wir also das Material gebuckelt, der Weg schien 10-Mal so lange wie am Mittag, fuhren die die Locals süffisant lächelnd und winkend an uns vorbei. Ich hätte Kotzen können. Trotzdem konnte mich dieser kurze „Rückschlag“ nicht um den Tag bringen und wir kamen bei Dunkelheit wieder in Geraldton an.

Am nächsten Tag gings dann zu einem Spot am Stadtrand von Gero, Sunset Beach. Ich kannte den Strand schon von einem anderen Mal, nur damals wurde ich nur gewaschen und hatte gar keine Freude an dem Ort. Doch bei der Ankunft blickte ich aufs Wasser und sah die perfekten Bedingungen. 3m Swell rollte nach rechts brechend an den Strand und es hatte etwa 25 Knoten Wind. Ich habe mein Material in Windeseile aufgebaut und bin aufs Wasser. Die Wellen hatten etwas mehr Kraft als am Tag zuvor und ich hatte den besten Windsurf-Tag meines Lebens. Als immer mehr Locals kamen, sind wir 400m nach Lee ausgewichen, wo die Wellen noch grösser und nur uns vorbehalten waren. Es war perfekt.

So ging es noch einen Tag weiter und für heute waren 5-6m Swell und 30 Knoten angesagt, leider ist das aber nicht eingetroffen und ich habe einen weiteren Tag lesend am Strand verbracht.

Ich habe in der Zwischenzeit eine Anfrage für den Van bekommen und mache mich morgen wieder auf den Weg nach Perth, wo ich abends noch eine Probefahrt vereinbart habe. Sobald ich das OK habe, dass mein Ablöser den Van kauft, buche ich mein Flugticket und verlasse Australien Richtung Neuseeland. Ich werde mich wieder melden und euch auf dem Laufenden halten.

Leuchtturm am Point Moore – Meinem Zuhause der letzten Tage

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