Kurzreise durch den Norden

Wow, ich habe gerade den letzten Blogeintrag gesehen und gemerkt, dass ja mittlerweile schon wieder viel Zeit vergangen ist. Ich merke das gar nicht mehr, da mir jeder Tag wieder neue Überraschungen bringt. Also nochmals von vorne:

 

Meine Freundin hat sich für Ihre Geburtstagswoche frei genommen. Wir haben einen groben Verlauf des Trips geplant, legen uns aber nicht so sehr fest, da das Wetter ziemlich unberechenbar wird. Als erstes Ziel, wobei hier mehr der Weg das Ziel ist, wollten wir über die Taranakiregion und den forgotten Highway nach National Park um am nächsten Tag das Tongariro Crossing anzugehen. Die Strasse bis zum Mt. Taranaki kannte ich schon, aber der forgotten Highway mit seinen zahlreichen Kurven, engen Passagen und sogar einem Abschnitt auf nicht geteerter Strasse war überwältigend. Und zu aller Überraschung wurde die Reise über den Highway noch mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang und einem feuerroten Abendrot abgerundet. Einmal in National Park angekommen, gestaltet sich die Suche nach einer Unterkunft ein bisschen komplizierter. Die meisten Holiday Park und Campings sind schon saisonbedingt geschlossen. Dennoch bekommen wir einen Tip, dass wir uns einfach auf einen Camping mit geschlossener Rezeption stellen und die Rechnung am nächsten Morgen begleichen sollen. So ein Pech aber auch, dass das Office am Morgen immer noch geschlossen war und wir somit gratis übernachten durften.

Das Tongariro Crossing ist eine 19.3km lange und sehr touristische Wanderung durch vulkanisches Gebirge. Wir starten den Tag früh morgens und werden am vereinbarten Treffpunkt vom Bus abgeholt. Der Walk beginnt mit einem Aufstieg durch Moorlandschaft und über die Devil Steps. Diese wurden mittlerweile ziemlich abgeschwächt und bestehen nur noch aus menschlich gebauten Treppenstegen. Aber auch sonst wäre der Aufstieg nichts Besonderes für einen geübten Wanderer (ja Jenny, darfst wieder lachen…). Danach ist man auf einem Hochplateau von welchem man optional auf den kegelförmigen Vulkan Mt. Ngaweissauchnichtmehr hochsteigen kann. Da wir uns fit genug fühlten und das Wetter und die Fernsicht fantastisch waren, haben wir uns über Sand und Schotter zur Spitze heraufgequält. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und die Aussicht war spektakulär. Am Horizont konnte man noch den gut 150km entfernten Mt. Taranaki aus der Ebene herausragen sehen. Der Abstieg wurde dann für mich richtig spassig, man konnte den Berg förmlich herunterspringen. Adele hatte da ein bisschen mehr Mühe, aber mit liebevollem Händchenhalten hat sie’s dann auch geschafft.

Im Hintergrund der Mt. Ngaweissauchnichtmehr

Wunderschöner Kegel!!

Wieder unten, haben wir das Plateau überquert und hinter dem nächsten Aufstieg bot sich uns ein Panorama, welches uns die Sprache verschlug. Wir sahen direkt in den Red Crater, ein Krater welcher durch den Vulkanausbruch gänzlich in Dunkelrot und Khaki gefärbt war und hinter dem Krater stiegen schweflige Dampfwolken auf. Dann ging es durch Dampfwolken über ein weiteres Plateau und vorbei an smaragdgrünen Seen.

Red Crater

Emerald Lakes

Der Abstieg führte dann über Graslandschaft sich hinziehend zum Parkplatz. Wir waren schliesslich doch froh als wir unseren Bus wieder erreichten und endlich die Schuhe ausziehen konnten.

 

Am nächsten Tag hat sich das Wetter jedoch verschlechtert und der Regen hat uns über den ganzen Tag begleitet. Somit fiel der geplante Ausflug in das vulkanisch aktive Gebiet um Rotorua herum ins Wasser. Dafür haben wir dem Sulfur-Spa am Hells Gate einen Besuch abgestattet und sind bei 10°C Lufttemperatur ins über 40°C heisse Thermalbecken eingestiegen. Die Wärme hat unseren geschundenen Beinen gut getan und der Entspannung der Muskeln geholfen.

Auch unser nächster Stopp wurde aufgrund des Wetters abgesagt. Wir wollten auf die Vulkaninsel White Island, ca. 50km vor der Küste der Bay of Plenty. Das Boot fuhr aufgrund des Windes und des Regens nicht und wir haben uns entschieden, via Gisborne nach Napier runter zu fahren. Auf dem Weg fuhren wir noch auf die Halbinsel bei Mahia und konnten einen weiteren wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Über Napier sind wir dann schon wieder in Richtung Wellington und somit nach Hause gefahren.

 

Bald darauf habe ich doch schon wieder die Fähre bestiegen und bin zur Südinsel gefahren. Doch davon mehr im nächsten Blogeintrag…