This is the end

“One night in Bangkok and the world’s your oyster
The bars are temples but the pearls ain’t free
You’ll find a God in every golden cloister
And if you’re lucky then the God’s a she
I can feel an angel sliding up to me”

Murray Head – One night in Bangkok

 

Dies wird mein letzter Blogeintrag für einige Monate, die Reise neigt sich dem Ende zu und ich möchte hier noch meine Erlebnisse in Thailand schildern und einen kleinen Rückblick geben.

Ich bin also von Phnom Penh nach Bangkok geflogen. Die Stadt der Engel, die Stadt, die niemals schläft… Bangkok ist riesig! Ich war seit langer Zeit nicht mehr in einer solch grossen Stadt. Der erste Schock wurde gut überwunden und ich fand ein Hostel direkt an der Khao San Strasse, einer der bekanntesten Touristen- und Backpackerstrassen der Stadt. Ich wollte eigentlich die Stadt ein wenig zu Fuss erkunden, aber ein freundlicher Local hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die TukTuk’s heute Geld von der Regierung bekommen haben und somit eine City Tour im TukTuk nur 20 Baht (ca. CHF 0.70) kostet. Da habe ich natürlich nicht Nein gesagt und ich bekam sogar eine Liste mit den bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Immer darauf bedacht, nicht übers Ohr gehauen zu werden habe ich also die Tempel und Pagoden, Denkmäler und Gärten abgeklappert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich in Kambodscha schönere Tempel und Pagoden gesehen hatte, doch der Ausblick über die Stadt vom Golden Mountain war beeindruckend.

Zu Bangkok gehört aber auch das Nachtleben und die unzähligen Night Clubs. Ich habe als guter Tourist natürlich beides besucht und möchte nicht weiter auf das Gesehene eingehen (Leute, die schon in Bangkok waren wissen was da alles abgeht, allen anderen ist zu empfehlen, es selbst zu erleben).

Nach ein paar Tagen in der Stadt hatte ich aber auch schon genug davon und bin mit dem Bus hoch nach Chiang Mai gefahren. Die Stadt im Norden Thailands ist ebenfalls eher grösser, doch total ruhig und gemütlich. Ich habe einen Deutschen und eine Chilenin kennen gelernt und wir haben die Gegend um Chiang Mai mit dem Roller erkundet. Da habe ich auch zum ersten Mal in meinem Leben (freie) Elephanten gesehen. Sie waren nicht frei, doch es gibt unzählige Elephantencamps da. Jedoch habe ich erfahren, dass nur ein Reservat die Tiere nicht unter Drogen setzt und quält aber dennoch war der Preis zum Besuch und Interaktion mit den Elephanten viel zu hoch (ca. CHF 85.-).

Chiang Mai – Umgebung

Tempel in Chiang Mai

Mit den zwei Begleitern bin ich dann mit dem Roller die gut 160 km nach Nordwesten gefahren um Pai zu besuchen. Die Strecke führt in die Berge und die letzten 130km bestehen aus einer kurvigen, steilen und mit Schlaglöchern übersähten Strasse. Auf dem Weg haben wir noch einen Abstecher zu den Hot Springs und einem kleinen Geysir gemacht. Die Stadt Pai zu beschreiben ist nicht ganz einfach. Die Leute stammen ursprünglich von einem anderen Königsreich als die Thais in Bangkok ab und die Stadt ist ein Refugium für Hippies, Künstler und Aussteiger. Zusammen gibt das einen wunderbaren Mix an verschiedenen Kulturen und Pai erfährt deshalb einen ganz eigenen Charme. Mir hat es da super gefallen und wir haben wie auch schon zuvor die Gegend mit dem Roller erkundet. Es gibt unzählige Hügel, Wasserfälle und sogar einen Canyon, alles in unmittelbarer Nähe.

Geysir auf dem Weg nach Pai

Schild auf dem Weg nach Pai – “Notfall – Kotzstation”

Als wir nach fast sechs Stunden Fahrt endlich in Pai angekommen sind, steuerten wir erst einmal die lokale Tankstelle an. Der Wärter kam gleich mit einem Sack voller Flüssigkeit angerannt und rief “Whiskey-Time”! Das waren übrigens seine einzigen zwei Wörter auf Englisch. Dennoch haben wir versucht mit Händen uns Füssen zu kommunizieren und nach einigen Whiskeys mit Honig hat er aus dem Kühlschrank gekühlte Grasshopper mit Chilly geholt. Natürlich musste ich das auch einmal probieren und nach kurzer Überwindungszeit befand sich das eigentlich ziemlich leckere Tier in meinem Magen. An das Knuspern im Mund muss man sich allerdings ein bisschen gewöhnen.

Whiskey Time!!

Yummie!

Wasserfall in Pai

Nach Pai sind wir dann zusammen wieder nach Chiang Mai gefahren, wo sich unsere Wege schon wieder trennten und ich mich in den Süden aufgemacht hatte. Das Ziel war die Insel Koh Tao im Golf von Thailand. Der Plan war, danach weiter nach Koh Pha Ngan und Koh Samui zu besuchen und dann auf die Westseite zu wechseln um Krabi, Phuket und Koh PhiPhi zu sehen. Doch als ich erst einmal angkommen bin, wollte ich nicht wieder weg.

Mein Hostel lag ein bisschen im Inneren der Insel und war umringt von Palmen und Dschungel. Koh Tao ist ein Tauchparadies (zumindest finden das die Touristen) und man sagt, es gibt keinen anderen Ort auf der Welt, der so viele Open Water Kurse macht. Ich habe mich in einer deutschen Tauchschule einquartiert und insgesamt sechs Tauchgänge gemacht. Es ist kein Tauchparadies, dennoch war es schön mal wieder unter Wasser zu kommen. Es gibt aber einen unglaublich schönen Spot, wo man durch Schulen von hunderten Barracudas, Makrelen und anderen Fischen durchtauchen kann und ich habe auch mein erstes Wrack betaucht (Tretboot in Dahab kann man ja nicht als Wrack sehen :-)).

Aussicht vom Mango Viewpoint über Sairee – Koh Tao

Mountain Bar, Mango Viewpoint – Koh Tao

Sonnenuntergang in meinem Hostel auf Koh Tao

So lässt sichs leben! Mango Viewpoint – Koh Tao

Die Insel bietet alles, was man will. Es gibt unzählige Parties, was vor allem die Ferienmacher anzieht (ich war das erste Mal seit langem nicht mehr von Reisenden umgeben), einsame weisse Sandstrände, schöne Aussichtspunkte und Trails fürs Endurobike. Ich habe schlussendlich fast zwei Wochen auf der Insel verbracht und es tat gut, noch einmal zu entspannen und vor allem; Wieder an einem Ort zu “leben” und nicht von Hostel zu Hostel zu ziehen. Ich war viel am Strand, sprang von Findlingen ins Wasser und hab einfach die Seele baumeln lassen. Und das wars, mehr kann ich zu Thailand nicht berichten, aber ich werde dem Land sicher irgendwann wieder einen Besuch abstatten (Laos steht übrigens auch noch auf dem Programm und wenn wir schon dabei sind, kann man auch gleich nach Burma, Nepal und Indien, aber alles zu seiner Zeit!)

 

Ich fliege morgen nach Marseille um eine Freundin zu besuchen und danach komm ich heim. Glücklicherweise darf ich wieder bei meiner ehemaligen Firma einsteigen und fange meinen Job am 14.10. an.

Ich werde oft von anderen Reisenden gefragt, welches denn mein schönster Platz, mein Favorit sei. Doch ich kann die Frage nicht beantworten, jedes Land hat seine eigenen Schätze, Kulturen und Sehenswürdigkeiten. Oftmals machen gerade die Leute mit denen man unterwegs ist den Unterschied, ob man den Ort liebt oder nicht. Ich habe hunderte verschiedene Menschen kennengelernt, Geschichten erzählt und erzählt bekommen und doch freue ich mich auch wieder auf zu Hause, wo das Gespräch mit Fremden nicht mit “Hi, where are you from and how long are you travelling?” beginnt. Ich hatte eine unglaubliche Reise, angefangen mit viel Windsurfen in Australien, Natur und Menschen in Neuseeland, Surfen in Indonesien, Geschichte in Vietnam, ein Reiseerlebnis der besonderen Art in Kambodscha und Ausspannen in Thailand. Ich habe sehr viel gesehen und eben auch nicht gesehen oder erlebt, aber ich habe mich selbst besser kennen gelernt und realisiert, dass nicht Alles machbar ist; habe gelernt mit Niederlagen umzugehen und die Schönheiten alleine und in der Gemeinschaft zu geniessen. Ich habe die Zeit vergessen und gelebt, Pläne geschmieded und verworfen, interessante Menschen getroffen und bin ihrer Kultur näher gekommen.

 

Dennoch freue ich mich, wieder nach Hause zu kommen, meine Freunde und Familie um mich zu haben und wieder einem geregelten Leben nach zu gehen – bis zum nächsten Mal… Danke fürs Lesen!